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Cyber-Sicherheitsbericht: Steigende Bedrohungslage im Gesundheitswesen

von | Okt. 26, 2023 | KI und IT-Sicherheit

Was sind die Hauptangriffsziele und Motive der Täter?

Die Hauptziele der Angriffe waren Krankenhäuser, gefolgt von Gesundheitsbehörden, der pharmazeutischen Industrie und Gesundheitsdienstleistern. Dabei führten vor allem finanziell motivierte Cyberkriminelle die Angriffe durch. Gesundheitsdaten stellen insbesondere aufgrund ihrer sensiblen Inhalte eine wertvolle Beute dar. Zudem drohen die Täter häufig mit der Veröffentlichung der Daten, wenn die Betroffenen das geforderte Lösegeld nicht zahlen.

Wie dringlich eine Verbesserung der Sicherheitslage im digitalisierten Gesundheitswesen ist, zeigen beispielsweise die jüngsten Vorfälle: der Diebstahl einer Datenbank mit Informationen zu 11 Millionen Patienten in den USA sowie der Ransomware-Angriff auf den Barts Health NHS Trust Fund in England. Dabei beschränkt sich die Problematik nicht auf einzelne Länder, sondern ist vielmehr weltweit von Bedeutung.

Welche Angriffsarten stehen im Fokus?

Am häufigsten kommt Ransomware zum Einsatz, die Zahl betroffener Einrichtung steigt in den letzten Jahren rapide an. Bei Ransomware-Angriffen handelt es sich um den Einsatz von Erpressungssoftware. Diese gelangt meist durch E-Mail-Anhänge auf die Rechner der Einrichtung und kann den betroffenen Rechner oder betriebene Server sperren oder Daten verschlüsseln. Nachdem die Systeme betroffen sind, melden sich die Cyberkriminellen in der Einrichtung und fordern ein Lösegeld, um die Geräte zu entsperren bzw. die Daten zu entschlüsseln.

Eine zweite Angriffsart, die insbesondere in 2023 viele Ausfälle von Systemen zur Folge hatte, ist Denial-of-Service (DoS). Bei entsprechenden Attacken wird ein Server mit einer so großen Zahl an Anfragen bombardiert, dass er zusammenbricht.

Sind nur Endgeräte und Server betroffen?

Betroffene Geräte sind klassischerweise Endgeräte, z. B. Workstations, Notebooks, Tablets etc. In Gesundheitseinrichtungen sind jedoch zusehends Medizinprodukte, z. B. Röntgenanlagen, Ultraschallgeräte, Herzkatheter-Messplätze etc., ein häufiges Einfallstor. Je höher der Grad ist, indem patientenbezogene Daten direkt auf einem Medizinprodukt gespeichert oder von einem Medizinprodukt über ein Netzwerk transferiert werden, desto größer ist die Gefahrenlage.

Was können Sie tun?

Im ersten Schritt sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Datenschutzbeauftragten und Ihrer IT oder Ihrem IT-Dienstleister die technischen Gegebenheiten prüfen. Erstellen Sie für Ihre Einrichtung die TOMs (Technische und Organisatorische Maßnahmen). So stellen Sie Schwachstellen im System fest, z. B. veraltete Virenscanner, nicht installierte Patches etc.

Im zweiten Schritt sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Datenschutzbeauftragten die organisatorischen Gegebenheiten angehen, z. B. die Aufklärung und Schulung des Personals im Umgang mit E-Mail-Anhängen. Es sollten klare Regelungen vorhanden sein. Mitarbeitende sollten wissen, welche Anhänge geöffnet werden dürfen und welche nicht.

Sollten Sie Opfer eines Cyberangriffs geworden sein, stellt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik einen kompakten Leitfaden „Erste Hilfe bei einem schweren IT-Sicherheitsvorfall“ zur Verfügung. Diesen können Sie hier downloaden.

Wo erhalten Sie weitere Informationen?

Das Thema Cybersicherheit thematisieren wir für Einsteiger in unserer Ausbildung zum Datenschutzbeauftragten und für Fortgeschrittene in unseren Weiterbildungsmöglichkeiten zum Thema Datenschutz.

Gerne führen wir in Ihrer Einrichtung auch eine Bestandsaufnahme zum Thema „Cybersicherheit“ durch. Melden Sie sich gerne unter info@kraussmanagement.de, wir erstellen Ihnen ein individuelles Angebot. Für die Bestandsaufnahme können Sie Fördergelder in Höhe von 50 % beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragen.