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Aktualisierte Einsatzzeitenberechnung für Hygienefachkräfte

Erscheinungsdatum – 26.01.2024

Die Berechnung der Einsatzzeiten für Hygienefachkräfte in medizinischen Einrichtungen ist ein entscheidender Faktor für die Gewährleistung der Patientensicherheit und Infektionsprävention. Die Empfehlung personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut, veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt 2023 · 66:332–351, bietet hierfür eine Berechnungsgrundlage, die jedoch Herausforderungen und Anpassungsbedarf aufweist.

Quelle: www.canva.com

Hintergrund und aktuelle Situation:

  • Uneinheitliche Standards: Nicht jedes Bundesland bietet die Weiterbildung mit der staatlichen Anerkennung an, zudem unterscheiden sich die Weiterbildungsverord-nungen auf Bundesebene was zu Anerkennungsproblemen zwischen verschiedenen Bundesländern führen kann.
  • Berechnungsgrundlagen: Die aktuellen Empfehlungen berücksichtigen nicht die veränderten Bedingungen in Krankenhäusern, wie die Zunahme von ambulanten Operationen, verkürzte Liegezeiten und die steigende Behandlungsschwere bei Patienten mit Risikofaktoren.

Berechnungsgrundlage an einem Beispiel:

Die erforderliche HFK-Vollzeitstellen berechnen sich anhand der Bettenausstattung und deren Risikoprofil in einer Einrichtung.

  • Auf bettenführende Abteilungen wird für die Risikoeinstufung HOCH (A), z. B. Intensivstationen oder Onkologie,
  • 1 HFK-VK pro 100 Betten, für die Stufe MITTEL (B), z. B. chirurgische Normalstationen,
  • 1 HFK-VK pro 200 Betten und für die Stufe NIEDRIG (C), z. B. psychiatrische Abteilungen, 1 HFK-VK pro 500 Betten im Stellen-Äquivalent berechnet.

Zudem müssen verschiedene zentrale Einrichtungen wie Küche, AEMP, Apotheke etc. und auch Funktionsbereiche wie OP, Endoskopie, Radiologie etc. mit jeweils 0,04 HFK-VK summiert dem Stellen-Äquivalent zugerechnet werden.

Spezifische Probleme und Kritikpunkte:

  • Ambulante Fälle und Infektionsrisiken: Die gestiegenen Infektionsrisiken und das Ziel einer zunehmenden Ambulantisierung werden in den Berechnungen nicht ausreichend berücksichtigt.
  • Fehlende Differenzierung von Abteilungsgrößen: Die Bewertung von Fachabteilungen mit pauschal 0,04 HFK-Stellen-äquivalent ist ebenfalls nicht aussagekräftig. Funktionsabteilungen können extrem in ihrer Größe variieren und somit auch einen größeren Beratungsaufwand generieren (z. B. OP-Abteilung mit 2 OP-Sälen versus 12 Sälen, Endoskopie-Abteilungen eines Grundversorgers im Vergleich zu einem Maximalversorger).

Forderungen für die Zukunft:

  • Klare und einheitliche Vorgaben: Es wird eine Überarbeitung der Empfehlungen gefordert, um klare und einheitliche Vorgaben für die Berechnung des Bedarfs an Hygienefachpersonal zu schaffen in der auch Abteilungsgrößen in Funktionsabteilungen und zentralen Einrichtungen berücksichtigt werden.

Fazit:

Die Herausforderungen in der Einsatzzeitenberechnung für Hygienefachkräfte nach KRINKO-Empfehlung sind vielschichtig und erfordern eine umfassende Überarbeitung. Eine Anpassung an die aktuellen medizinischen und organisatorischen Gegebenheiten ist unerlässlich, um die Patientensicherheit zu verbessern und effektive Infektionsprävention zu gewährleisten.

Einrichtungen ohne eigenes Hygienefachpersonal sind in vielen Fällen unterversorgt, da die Vorgaben nicht immer bekannt sind. Eine externe Beauftragung muss das gleiche Betreuungskontingent erfüllen wie festangestelltes Hygienefachpersonal. Eine Überprüfung der beauftragten Leistungen sollten in jeder Einrichtung durchgeführt werden.

Gerne können Sie auf uns zukommen, um Ihren erforderlichen Betreuungsumfang zu berechnen bzw. zu prüfen. Wir bieten sämtliche Bestandteile einer Einzel- und Dauerbetreuung durch eine Hygienefachkraft in unserer Unternehmensberatung und Coaching an. Jetzt Anfrage senden unter info@kraussmanagement.de.

Autor: Thomas Steppberger